Wer regelmäßig Halterungen, Gehäuse, Prototypen oder paarweise Bauteile druckt, kann mit einem IDEX-3D-Drucker mehr erreichen als nur zweifarbige Modelle. Im Copy Mode entstehen zwei identische Teile gleichzeitig. Im Mirror Mode fertigen zwei unabhängige Druckköpfe ein linkes und ein rechtes Gegenstück in einem Durchgang.
Beide Modi können die Produktivität deutlich erhöhen. Sie verdoppeln jedoch weder den nutzbaren Bauraum noch garantieren sie exakt die halbe Gesamtzeit. Modellgröße, Aufheizen, Kalibrierung, erste Schicht, Fahrwege und Nacharbeit bleiben Teil des Prozesses.
Dieser Leitfaden erklärt den technischen Unterschied zwischen Copy und Mirror, zeigt die wichtigsten Regeln für Modellplatzierung und Slicing und beschreibt einen sicheren Qualitätsablauf für Kleinserien. Außerdem wird deutlich, wann ein normaler sequenzieller Druck die bessere Wahl bleibt.
Was bedeutet IDEX?
IDEX steht für Independent Dual Extruder. Zwei Druckköpfe können sich auf derselben X-Achse unabhängig voneinander bewegen. Je nach Druckmodus arbeitet nur ein Kopf, beide Köpfe drucken unterschiedliche Bereiche eines Modells oder beide Köpfe führen gleichzeitig aufeinander abgestimmte Bewegungen aus.
Die Unabhängigkeit der Köpfe ermöglicht vier typische Arbeitsweisen:
- Single Mode: Nur ein Druckkopf fertigt das Modell.
- Dual-Material Mode: Zwei Köpfe drucken unterschiedliche Farben oder Materialien in einem Modell.
- Copy Mode beziehungsweise Duplication Mode: Beide Köpfe fertigen gleichzeitig dasselbe Teil.
- Mirror Mode: Der zweite Kopf fertigt eine gespiegelte Version des ersten Teils.
Copy und Mirror unterscheiden sich damit grundsätzlich vom einfachen Duplizieren zweier Modelle auf der Bauplatte. Bei einer normalen Duplizierung druckt ein Kopf beide Objekte nacheinander. Im IDEX-Copy-Modus legen zwei Köpfe parallel Material ab.
Copy Mode und Mirror Mode im direkten Vergleich
| Modus | Ergebnis | Typische Anwendung | Wichtigste Grenze |
|---|---|---|---|
| Single Mode | Ein Teil pro Druckvorgang | Einzelstücke, große Modelle | Nur ein Kopf produziert |
| Copy Mode | Zwei identische Teile | Kleinserien, Ersatzteile, Muster | Reduzierte Breite pro Objekt |
| Mirror Mode | Ein linkes und ein rechtes Teil | Griffe, Halter, Gehäuseseiten, Props | Alle asymmetrischen Merkmale werden gespiegelt |
| Dual-Material Mode | Ein Modell aus zwei Materialien oder Farben | Stützmaterial, Mehrfarbendruck | Material- und Offset-Kalibrierung |
Wie arbeitet der Copy Mode?
Im Copy Mode erhält der zweite Druckkopf eine räumlich versetzte Version der Bewegungen des ersten Kopfes. Beide Köpfe extrudieren gleichzeitig und bauen zwei gleich orientierte Teile auf.
Das bedeutet nicht, dass zwei völlig unabhängige Druckaufträge parallel laufen. Die Köpfe folgen einem gekoppelten Ablauf. Schichthöhe, Bahnreihenfolge, Geschwindigkeit und die grundlegende Geometrie müssen deshalb zusammenpassen.
Copy Mode eignet sich besonders für:
- zwei identische Halterungen oder Abdeckungen;
- kleine Ersatzteilserien;
- zwei Muster für einen Material- oder Belastungstest;
- gleichartige Vorrichtungen für Werkstatt und Montage;
- Produkte, die in geraden Stückzahlen benötigt werden.
Der größte Zeitvorteil entsteht während der eigentlichen Materialablage: Zwei Teile wachsen gleichzeitig. Aufheizen, Referenzfahrt, Kalibrierung und Abkühlen werden dadurch aber nicht halbiert. Auch kurze Modelle mit langer Vorbereitung profitieren weniger stark als hohe Modelle mit langer Druckphase.
Wie arbeitet der Mirror Mode?
Im Mirror Mode wird die Bewegung des zweiten Druckkopfs an der vorgesehenen Achse gespiegelt. So entsteht nicht dieselbe Orientierung, sondern ein echtes Links-/Rechts-Paar.
Geeignete Beispiele sind:
- linke und rechte Kabelhalter;
- symmetrische Gehäuseseiten;
- paarweise Griffe und Abdeckungen;
- linke und rechte Montagewinkel;
- Kostümteile, Schuhformen oder ergonomische Komponenten.
Vor dem Drucken muss geprüft werden, ob eine geometrische Spiegelung wirklich gewünscht ist. Text, Logos und Symbole werden ebenfalls gespiegelt. Ein normales Rechtsgewinde kann zu einem Linksgewinde werden. Auch Senkungen, Rastnasen, Steckerpositionen und einseitige Toleranzzugaben wechseln die Seite.
Mirror Mode ersetzt deshalb keine CAD-Prüfung. Bei funktionalen Bauteilen sollte das gespiegelte Modell vor dem Slicing als Vorschau kontrolliert werden. Für sicherheitsrelevante oder eng tolerierte Teile ist ein separates linkes und rechtes CAD-Modell häufig leichter eindeutig zu dokumentieren.
Warum wird der nutzbare Bauraum kleiner?
Zwei unabhängige Druckköpfe teilen sich dieselbe Bauplatte. Damit sie parallel arbeiten können, muss jedes Teil vollständig in den Bereich passen, den der jeweilige Kopf sicher erreichen kann.
Die nutzbare Breite pro Objekt ist deshalb kleiner als die gesamte X-Breite der Maschine. Sie entspricht aber nicht automatisch exakt der Hälfte des angegebenen Gesamtbauraums. Parkpositionen, Wagenbreite, Düsenabstand, Sicherheitszone und Firmwarelimits beeinflussen den tatsächlichen Wert.
Maßgeblich ist immer der zulässige Bereich im passenden Slicerprofil. Dazu gehören nicht nur die Modellkonturen, sondern auch:
- Skirt und Brim;
- Raft und Stützstrukturen;
- Prime- oder Wipe-Elemente;
- Bewegungswege beider Druckköpfe;
- Abstand zu Klammern, Reinigungsbereichen und Parkpositionen.
Ein Modell, das im Single Mode auf die Plattform passt, kann deshalb für Copy oder Mirror zu breit sein. Verkleinere es nicht automatisch: Bei Funktionsteilen verändert eine Skalierung Bohrungen, Gewinde, Wandstärken und Passungen.
Welche Modelle eignen sich?
| Modellmerkmal | Copy Mode | Mirror Mode | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Identisches Ersatzteil | Sehr geeignet | Nicht nötig | Beide Teile sollten im selben Material entstehen |
| Linke und rechte Halterung | Nicht geeignet | Sehr geeignet | Bohrungen und Anschläge kontrollieren |
| Teil mit lesbarem Text | Geeignet | Meist ungeeignet | Text wird im Mirror Mode gespiegelt |
| Teil mit richtungsabhängigem Gewinde | Geeignet | Nur nach CAD-Prüfung | Spiegelung ändert die Gewinderichtung |
| Sehr breites Modell | Oft ungeeignet | Oft ungeeignet | Reduzierten Arbeitsbereich prüfen |
| Zwei unterschiedliche Bauteile | Ungeeignet | Nur bei echter Spiegelbeziehung | Sonst normal oder sequenziell drucken |
Modell richtig vorbereiten
1. Geometrie reparieren
Das Ausgangsmodell muss geschlossen und fehlerfrei sein. Nicht-manifold Kanten, sich überschneidende Flächen und extrem dünne Wände werden im zweiten Teil genauso reproduziert. Im Copy Mode verdoppelt sich ein Modellfehler; im Mirror Mode erscheint er gespiegelt.
2. Ausrichtung bewusst wählen
Wähle eine Orientierung, die in den reduzierten Arbeitsbereich passt und gleichzeitig Festigkeit, Stützbedarf und Oberfläche berücksichtigt. Ein schmaler Aufbau kann für Copy Mode geeigneter sein als eine flache, sehr breite Ausrichtung.
3. Mirror-Geometrie kontrollieren
Öffne die gespiegelte Vorschau und prüfe alle asymmetrischen Details. Besonders wichtig sind:
- Beschriftungen und Logos;
- Schraubgewinde;
- Senkungen und Fasen;
- Schnapphaken und Rastnasen;
- Kabelausgänge und Steckerausrichtung;
- flächenbezogene Toleranzen.
4. Stützstrukturen mitdenken
Automatisch erzeugte Stützen müssen in beiden Arbeitsbereichen Platz finden. Im Mirror Mode werden richtungsabhängige Stützen und Kontaktflächen ebenfalls gespiegelt. Prüfe die Vorschau Schicht für Schicht, statt nur die äußere Modellansicht zu betrachten.
Schritt für Schritt im Slicer
- Richtiges Druckerprofil wählen: Verwende das geprüfte IDEX-Profil für den tatsächlichen Drucker, die installierten Düsen und den gewünschten Modus.
- Copy oder Mirror aktivieren: Nutze die vorgesehene Funktion des Slicers oder der Druckeroberfläche. Erzeuge den Modus nicht durch ungeprüftes manuelles G-Code-Spiegeln.
- Modell importieren: In vielen Profilen wird nur das Ausgangsmodell platziert; die zweite Instanz erscheint automatisch als Modusvorschau.
- Arbeitsbereich prüfen: Modell, Brim, Support und alle Hilfsstrukturen müssen innerhalb der markierten Grenzen liegen.
- Werkzeuge und Material kontrollieren: Beide aktiven Köpfe benötigen geeignete Düsen, korrekt zugeordnetes Filament und passende Temperaturen.
- Vorschau untersuchen: Prüfe erste Schicht, Bewegungen, gespiegelte Merkmale, Nahtpositionen und mögliche Kollisionen.
- Zeit und Material vergleichen: Vergleiche Copy/Mirror mit zwei Einzelaufträgen. Nutze die vollständige Slicer-Schätzung, nicht nur die Bewegungszeit.
- Testpaar drucken: Starte eine kleine oder verkürzte Version, bevor du eine lange Serie freigibst.
Die genaue Bedienung kann sich mit Slicer- und Firmwareversionen ändern. Entscheidend ist, dass der gewählte Modus ausdrücklich zum Druckerprofil gehört und die Vorschau beide Druckköpfe korrekt darstellt.
Düsen, Material und Profile müssen zusammenpassen
Für identische Ergebnisse sollten beide Köpfe denselben Düsendurchmesser, denselben Düsentyp und möglichst dasselbe Materialprofil verwenden. Unterschiedliche Düsenhöhen oder verschlissene Düsen können dazu führen, dass die Teile trotz identischem Bewegungsablauf nicht gleich aussehen.
Auch zwei Spulen derselben Materialart können sich unterscheiden. Für eine Kleinserie sind folgende Punkte sinnvoll:
- gleicher Materialtyp und möglichst gleiche Produktreihe;
- vergleichbarer Trocknungszustand;
- ausreichend Filament auf beiden Spulen;
- gleicher Düsendurchmesser und ähnlicher Düsenverschleiß;
- passender Flow Ratio und maximaler Volumenstrom für jeden Kopf;
- gleichmäßiger, widerstandsarmer Filamentweg.
Unabhängig beheizte Hotends können ihre Temperaturen getrennt regeln. Im Copy- und Mirror-Betrieb ist eine stark unterschiedliche Materialkombination trotzdem meist unpraktisch, weil beide Teile denselben gekoppelten Bewegungsablauf durchlaufen. Unterschiedliche Schrumpfung, Layerhaftung und Kühlung würden die Vergleichbarkeit verschlechtern.
Kalibrierung: XY, Z und erste Schicht
Damit beide Teile gleich werden, müssen die Druckköpfe korrekt aufeinander abgestimmt sein. Besonders wichtig sind:
- Z-Höhe: Beide Düsen müssen eine passende erste Schicht erzeugen, ohne zu hoch zu drucken oder die Oberfläche zu berühren.
- XY-Bezug: Der Versatz zwischen den Köpfen muss dem Maschinenprofil entsprechen.
- Extrusion: Beide Köpfe müssen bei gleichem Profil vergleichbare Linien ablegen.
- Temperatur: Sensorik und Regelung müssen stabil arbeiten.
- Bettzustand: Linke und rechte Zone müssen sauber sein und eine vergleichbare Haftung bieten.
Eine automatische Kalibrierung reduziert den Einrichtungsaufwand, ersetzt aber nicht die Sichtprüfung. Beobachte die erste Schicht auf beiden Seiten. Wenn eine Düse korrekt druckt und die andere zu stark quetscht, Lücken hinterlässt oder die Plattform berührt, sollte der Auftrag gestoppt und die Ursache geprüft werden.
Wie viel Produktivität ist realistisch?
Copy Mode wird häufig mit „doppelter Produktivität“ beschrieben. Das ist als theoretischer Höchstwert für die gleichzeitige Fertigung zweier passender Teile verständlich, aber kein garantierter Faktor für jeden Auftrag.
Die reale Zeit pro gutem Teil hängt ab von:
- Aufheiz- und Kalibrierungsdauer;
- verfügbarer Modellgröße im geteilten Arbeitsbereich;
- Geschwindigkeits- und Beschleunigungslimits im Parallelbetrieb;
- Mindestschichtzeit und Kühlung;
- Stützstrukturen und Nacharbeit;
- Ausfallquote und Qualitätskontrolle.
Für die Planung einer Kleinserie ist diese Kennzahl hilfreicher:
Zeit pro Gutteil = gesamte Auftragszeit ÷ Anzahl der freigegebenen Teile
Beispiel: Ein Copy-Auftrag dauert einschließlich Vorbereitung und Abkühlen 5 Stunden und liefert zwei akzeptierte Teile. Die Zeit pro Gutteil beträgt 2,5 Stunden. Fällt ein Teil wegen schlechter Haftung aus, darf der Auftrag nicht automatisch als zwei erfolgreiche Teile gerechnet werden.
Bei ungeraden Stückzahlen kann eine Kombination sinnvoll sein: zuerst mehrere Copy-Durchgänge und zuletzt ein Einzelteil im Single Mode.
Qualitätskontrolle für Kleinserien
Parallelproduktion erhöht den Durchsatz, kann aber auch Fehler parallel vervielfältigen. Ein falsches Profil, feuchtes Filament oder ungeeigneter Z-Abstand betrifft möglicherweise eine ganze Charge.
Ein robuster Ablauf besteht aus fünf Schritten:
- Kalibrieren: Vorgesehene Maschinen- und Werkzeugkalibrierung ausführen.
- Testpaar drucken: Ein repräsentatives Paar mit derselben Orientierung und denselben Profilen fertigen.
- Erste Schicht prüfen: Beide Seiten auf Haftung, Linienbreite und Oberflächenkontakt kontrollieren.
- Teile vergleichen: Kritische Maße, Gewicht, Oberfläche und Funktion links gegen rechts prüfen.
- Serie freigeben: Erst nach erfolgreichem Test die vollständige Charge starten.
Bei Mirror-Teilen sollte zusätzlich dokumentiert werden, welches Teil links und welches rechts eingesetzt wird. Ein kleines eingeprägtes „L“ oder „R“ kann hilfreich sein, darf aber nicht erst durch automatische Spiegelung unlesbar werden. Am sichersten ist eine bewusst konstruierte Kennzeichnung in den jeweiligen CAD-Modellen.
Typische Fehler und ihre Ursachen
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Nur ein Teil haftet | Lokale Verschmutzung, Bettabweichung oder unterschiedlicher Z-Abstand | Beide Bettzonen reinigen und Kalibrierung prüfen |
| Ein Teil ist sichtbar schwächer | Filamentzustand, Düse oder Flow unterscheiden sich | Spulen, Düsen und Extrusion einzeln testen |
| Mirror-Teil passt funktional nicht | Text, Gewinde oder asymmetrisches Detail wurde ungeprüft gespiegelt | CAD-Geometrie und Vorschau kontrollieren |
| Slicer meldet Bauraumfehler | Modell oder Hilfsstruktur überschreitet den Modusbereich | Ausrichtung ändern oder Single Mode verwenden |
| Druckköpfe kommen sich zu nahe | Falsches Profil, falscher Modus oder unzulässige Platzierung | Auftrag stoppen und geprüftes IDEX-Profil laden |
| Beide Teile zeigen denselben Defekt | Gemeinsamer Slicer-, Geometrie- oder Prozessfehler | Ausgangsmodell und gemeinsames Profil prüfen |
| Fehler tritt nur auf einer Seite auf | Werkzeug-, Filament- oder lokales Bettproblem | Linken und rechten Materialpfad getrennt untersuchen |
Wann ist sequenzielles Drucken besser?
Copy oder Mirror ist nicht für jeden Auftrag die effizienteste Lösung. Normaler Einzel- oder sequenzieller Druck ist oft besser, wenn:
- das Modell für den geteilten Arbeitsbereich zu groß ist;
- zwei unterschiedliche Teile keine echte Spiegelbeziehung besitzen;
- nur eine geeignete Materialspule oder Düse verfügbar ist;
- ein einzelnes, besonders wertvolles Bauteil hergestellt wird;
- die Teile unterschiedliche Profile, Schichthöhen oder Materialien benötigen;
- eine ungerade Kleinstmenge ohne weiteren Bedarf produziert wird.
Auch „Complete individual objects“ im Slicer ist nicht dasselbe wie IDEX Copy Mode. Dabei fertigt ein Druckkopf zunächst ein komplettes Objekt und danach das nächste. Diese Reihenfolge kann bei geeigneter Geometrie Vorteile bieten, erfordert aber eine sorgfältige Kollisionsprüfung zwischen Gantry, Druckkopf und bereits fertigen Teilen.
Copy und Mirror mit dem Sovol M1D
Der Sovol M1D verbindet eine IDEX-Architektur mit dem DualX™-Werkzeugwechselsystem. Neben Mehrfarben- und Multimaterialaufgaben können die beiden unabhängigen Druckköpfe für Copy- und Mirror-Workflows eingesetzt werden.
Der vollständige Bauraum beträgt 300 × 300 × 350 mm. Im Copy- und Mirror-Modus gilt für jedes einzelne Teil jedoch der kleinere, im passenden Profil angezeigte Arbeitsbereich. Daraus sollte kein pauschaler Wert wie „zweimal 150 mm“ abgeleitet werden.
Automatische XY-Kalibrierung und Z-Kompensation unterstützen die Einrichtung der Werkzeuge. Für Serienfertigung bleibt ein reales Testpaar wichtig: Automatische Messungen können die Geometrie der Maschine ausrichten, aber weder ein ungeeignetes Modell noch feuchtes Filament oder eine falsch gespiegelte Funktion erkennen.
Für Copy Mode sollten zwei möglichst vergleichbare Material- und Düsenkonfigurationen gewählt werden. Im Mirror Mode muss zusätzlich die gesamte Links-/Rechts-Funktion des Bauteils geprüft werden. Der Produktivitätsvorteil entsteht erst dann, wenn beide Teile nach dem Druck tatsächlich verwendbar sind.
Häufige Fehler bei Copy und Mirror
- Gesamtbauraum einfach halbieren: Die reale Modusgrenze hängt von Mechanik und Profil ab.
- Zwei Modelle manuell platzieren und Copy Mode aktivieren: Dadurch können unbeabsichtigt vier Instanzen oder ungültige Wege entstehen.
- Unterschiedliche Düsen verwenden: Gleiche Bewegungen erzeugen dann nicht automatisch gleiche Bahnen.
- Spiegeltext übersehen: Beschriftungen und Logos werden unlesbar.
- Gewinde ungeprüft spiegeln: Aus Rechtsgewinden können Linksgewinde werden.
- Nur die linke erste Schicht beobachten: Beide Bettzonen und Düsen müssen funktionieren.
- Exakt 50 % Zeitersparnis versprechen: Vorbereitung und Nebenzeiten bleiben bestehen.
- Ohne Testpaar in Serie gehen: Ein gemeinsamer Fehler kann mehrere Teile betreffen.
Checkliste vor dem Start
- Richtiges IDEX- und Modusprofil ausgewählt
- Modell passt einschließlich Brim, Support und Hilfsstrukturen in den erlaubten Bereich
- Mirror-Modell auf Text, Gewinde und asymmetrische Details geprüft
- Beide Düsen kompatibel, sauber und gleich groß
- Filamente trocken, ausreichend und korrekt zugeordnet
- XY- und Z-Kalibrierung abgeschlossen
- Beide Zonen der Bauplatte gereinigt
- Slicer-Vorschau zeigt zwei korrekte Werkzeugpfade
- Erste Schicht auf beiden Seiten wird beobachtet
- Testpaar vor der vollständigen Serie vermessen und freigegeben
Häufig gestellte Fragen
Verdoppelt Copy Mode die Druckgeschwindigkeit?
Die Maschine druckt zwei passende Teile gleichzeitig, wodurch sich die Zeit pro Teil deutlich reduzieren kann. Die Gesamtzeit wird aber nicht automatisch exakt halbiert, weil Aufheizen, Kalibrierung, Fahrwege, Kühlung und Nacharbeit bestehen bleiben.
Ist Copy Mode dasselbe wie zwei Modelle auf der Bauplatte?
Nein. Zwei normal platzierte Modelle werden von einem Kopf meist nacheinander innerhalb jeder Schicht gedruckt. Im IDEX-Copy-Modus legen zwei Köpfe gleichzeitig Material in getrennten Arbeitsbereichen ab.
Kann ich im Copy Mode zwei verschiedene Modelle drucken?
Normalerweise nicht. Copy Mode ist für identische Geometrie mit gleicher Orientierung vorgesehen. Für zwei unterschiedliche Teile sollte ein dafür unterstützter unabhängiger oder normaler Druckmodus verwendet werden.
Werden Buchstaben im Mirror Mode gespiegelt?
Ja. Sichtbarer Text, Logos und andere richtungsabhängige Geometrien werden Teil der Spiegelung. Erstelle bei Bedarf zwei bewusst konstruierte CAD-Versionen.
Kann ich zwei verschiedene Materialien im Copy Mode verwenden?
Technisch können unabhängige Hotends getrennt geregelt werden. Für echte Kopien sollten die Materialien, Düsen und Profile jedoch möglichst vergleichbar sein. Unterschiedliche Schrumpfung, Flow- und Kühlanforderungen können dazu führen, dass die beiden Teile nicht dieselben Eigenschaften besitzen.
Bleibt die volle Bauhöhe erhalten?
Bei vielen IDEX-Systemen wird vor allem die nutzbare X-Breite pro Objekt eingeschränkt. Die tatsächlich erlaubten X-, Y- und Z-Grenzen sind aber maschinen- und profilabhängig. Verlasse dich deshalb auf den markierten Bereich des geprüften Slicerprofils.
Was passiert, wenn eine Spule leer wird?
Je nach System kann der Auftrag pausieren oder der betroffene Teil fehlschlagen. Vor einer Serie sollte auf beiden Materialwegen genügend Filament vorhanden sein. Ein Filamentsensor ersetzt diese Mengenplanung nicht.
Wann lohnt sich Mirror Mode besonders?
Wenn ein Projekt ein echtes linkes und rechtes Gegenstück benötigt, beide Teile im reduzierten Arbeitsbereich Platz finden und dieselben Druckparameter verwenden können. Typische Beispiele sind Halterungen, Gehäuseseiten und symmetrische Props.
Fazit
Copy Mode und Mirror Mode machen aus zwei unabhängigen Druckköpfen ein praktisches Produktionswerkzeug. Copy Mode fertigt zwei identische Teile parallel; Mirror Mode erzeugt ein linkes und rechtes Gegenstück.
Der wichtigste Planungsschritt ist nicht das Aktivieren des Modus, sondern die Kontrolle des reduzierten Arbeitsbereichs, der Modellgeometrie und beider Materialpfade. Besonders beim Spiegeln müssen Text, Gewinde, Anschlüsse und Toleranzen bewusst geprüft werden.
Wer beide Druckköpfe kalibriert, die erste Schicht auf beiden Seiten beobachtet und vor einer Serie ein Testpaar freigibt, kann die Zeit pro Gutteil deutlich reduzieren. So werden Copy und Mirror nicht nur zu einer schnellen Demonstration, sondern zu einem wiederholbaren Workflow für Prototypen, Ersatzteile und Kleinserien.









